Am vergangenen Samstag empfing der Chemnitzer VV in der 3. Liga Ost den TSV Eibelstadt zum Heimspiel im Terra Nova. Nach der deutlichen 0:3-Niederlage im Hinspiel war allen Beteiligten klar, dass höchste Konzentration gefragt sein würde – umso mehr, da die Vorzeichen alles andere als günstig standen.
Eine hartnäckige Grippewelle hatte den Chemnitzer Kader stark dezimiert. Mit Katina Krell, Yasmin Talkenberger, Marlene Huster, Antonia Böhm, Caroline Voigt und Amelie Bonitz fehlten gleich mehrere Stammkräfte. Trainerin Josephine Brandt standen damit lediglich acht Spielerinnen zur Verfügung. Diagonalspielerin Ingrid Schröder rückte auf die zweite Außenposition, zudem kam es zu einer weiteren besonderen Personalentscheidung: Libera Yvonne Pretscheck wurde als Feldspielerin eingesetzt, um die Annahme zu verstärken – eine Rolle, die sie dank früherer Erfahrungen auf Außen souverän ausfüllte.
Trotz der schwierigen Ausgangslage erwischte Chemnitz einen hervorragenden Start. Der Spielaufbau war ruhig und kontrolliert, insbesondere Anna-Maria Nitsche und Sonja Witte sorgten konsequent für Punkte am Netz. Beim Stand von 15:6 sah sich Eibelstadt bereits zur zweiten Auszeit gezwungen. Der CVV dominierte den Satz und ließ die Gäste kaum ins Spiel kommen. Mit 25:17 ging der erste Durchgang verdient an Chemnitz.
Der zweite Satz begann ausgeglichen, ehe Eibelstadt zunehmend Druck aufbaute. Auf Chemnitzer Seite häuften sich Probleme in der Annahme sowie im Abschluss. Beim 13:16 reagierte Josephine Brandt und brachte Yvonne Pretscheck für Ingrid Schröder. Der Wechsel zeigte Wirkung: Chemnitz kämpfte sich Punkt für Punkt heran und glich zum 19:19 aus. In der entscheidenden Phase fehlte jedoch die letzte Konsequenz, während Eibelstadt nun deutlich sicherer agierte. Zu viele Ungenauigkeiten verhinderten den Satzgewinn – mit 22:25ging der Durchgang an die Gäste.
Unbeeindruckt davon präsentierte sich der CVV im dritten Satz. Früh setzte sich Chemnitz ab und verteidigte den Vorsprung konsequent. Eibelstadt versuchte mit zwei Auszeiten und mehreren Wechseln gegenzusteuern, fand jedoch kein Mittel gegen das stabile Chemnitzer Spiel. Immer wieder verwerteten Sonja Witte und Anna-Maria Nitsche die Zuspiele von Cora Müller. Mit 25:16 entschied der CVV den Satz klar für sich.
Der vierte Durchgang entwickelte sich zu einem offenen Schlagabtausch. Lange Ballwechsel und intensive Abwehraktionen bestimmten das Spiel. Chemnitz gelang es jedoch nicht, sich entscheidend abzusetzen. Eigenfehler und Unruhe in der Annahme schlichen sich ein. Zwar stabilisierte der erneute Wechsel Pretscheck für Schröder das Spiel, doch in den entscheidenden Momenten fehlte die Durchschlagskraft. Wie bereits im zweiten Satz musste sich Chemnitz knapp mit 22:25 geschlagen geben – der Tiebreak musste die Entscheidung bringen.
Im Entscheidungssatz zeigte der CVV nochmals seine ganze Moral. Chemnitz erwischte den besseren Start, agierte hochkonzentriert und setzte Eibelstadt früh unter Druck. Auszeiten der Gäste bei 10:6 und 12:8 für Chemnitz brachten keine Wende mehr. Mit großem Einsatz und klarem Fokus entschied der CVV den Tiebreak mit 15:10 für sich und sicherte sich mit dem 3:2-Sieg zwei wichtige Punkte.
Zur wertvollsten Spielerin der Partie wurde Anna-Maria Nitsche gewählt. Angesichts der stark eingeschränkten personellen Möglichkeiten zeigte sich das Team mit dem Ergebnis äußerst zufrieden.
Ob der Kader beim kommenden Auswärtsspiel gegen den Tabellenzweiten electronic Erfurt wieder breiter aufgestellt sein wird, bleibt abzuwarten.
Bis dahin. Maaaarx…Städter!
