Am vergangenen Samstag fand in Grimma die Sachsenmeisterschaft der weiblichen U20 statt – mit Beteiligung des Chemnitzer VV. In der Gruppenphase trafen die jungen Chemnitzerinnen auf den Post SV Dresden sowie den SV Lok Engelsdorf. Betreut und gecoacht wurde das Team an diesem Tag von Hendrik Zywietz und Katina Krell, selbst Spielerin aus Team #1.
Zum Auftakt wartete mit dem Post SV Dresden ein physisch stark auftretender Gegner. Dresden agierte sehr dominant und souverän, während Chemnitz nur schwer ins Spiel fand. Vor allem in der Annahme und im eigenen Spielaufbau wirkte der CVV hektisch und unsauber. Zu wenig Druck im Aufschlagsspiel ermöglichte dem Post SV immer wieder perfekte Annahmesituationen, die dieser konsequent ausnutzte. Hinzu kamen äußerst durchschlagskräftige Dresdner Außenangreiferinnen, gegen die Chemnitz kaum Zugriff bekam. Folgerichtig gingen beide Sätze mit jeweils 25:18 an den Post SV.
Im Anschluss setzte sich Lok Engelsdorf in einem selbstbewussten Auftritt mit 25:21 und 25:22 gegen Dresden durch. Damit geriet die Ausgangslage für den CVV unter Druck, denn nur die Erst- und Zweitplatzierten der Gruppe qualifizierten sich für das Halbfinale. Für Chemnitz war klar: Gegen Engelsdorf musste ein deutlicher Sieg her, um noch eine Chance auf das Weiterkommen zu haben.
Angetrieben von den mitgereisten Chemnitzer Fans präsentierte sich der CVV im zweiten Gruppenspiel wie ausgewechselt. Von Beginn an schien alles zu funktionieren. Die Annahme stand nahezu perfekt, allen voran Libera Svea Koch überzeugte mit einer starken Leistung. Yasmin Talkenberger, die am Vortag bereits mit Team #1 in der 3. Liga im Einsatz gewesen war, entwickelte sich auf der Diagonalposition sowie aus dem Hinterfeld zu einer der wichtigsten Punktelieferantinnen. Chemnitz dominierte den ersten Satz und gewann deutlich mit 25:16. Der klare Satzverlust hinterließ Wirkung bei Engelsdorf. In Durchgang 2 legte Chemnitz noch einmal eine Schippe drauf. Druckvolle, nahezu fehlerfreie Aufschläge sorgten für eine ganze Serie an Assen, während der Block – angeführt von Kapitänin Marlene Huster – das Angriffsspiel des Gegners immer wieder effektiv störte. Der CVV spielte sich regelrecht in einen Flow und ließ Engelsdorf keine Chance. Mit einem spektakulären 25:5 sicherten sich die Chemnitzerinnen den zweiten Satz und einen der deutlichsten Siege des Turniers. Die Freude war riesig, denn dieser Sieg stellte die Gruppenwertung komplett auf den Kopf. Da alle drei Teams satzgleich waren, entschieden die kleinen Punkte – und hier katapultierte sich der CVV dank des deutlichen Erfolgs noch auf Platz eins der Gruppe. Es folgten der Post SV Dresden auf Rang zwei und Lok Engelsdorf auf Platz drei.
Parallel wurden auf dem anderen Feld die Platzierungen der zweiten Gruppe ausgespielt. Dort belegte der Dresdner SSV, ebenfalls mit mehreren Spielerinnen mit Drittliga-Erfahrung im Kader, den zweiten Platz. Im Halbfinale kam es somit zum Duell Chemnitz gegen den DSSV.
Der CVV knüpfte nahtlos an die starke Leistung aus dem vorherigen Spiel an und setzte Dresden von Beginn an unter Druck. Immer wieder fanden die Chemnitzerinnen gute Lösungen gegen den großen Dresdner Block und lagen über weite Strecken des ersten Satzes in Führung. In der entscheidenden Schlussphase fehlte jedoch die letzte Konsequenz, Eigenfehler schlichen sich ein – und kosteten letztlich den Satz. Unbeeindruckt davon hielt Chemnitz im zweiten Durchgang die Stimmung hoch und agierte nun wieder konsequenter. Es entwickelte sich ein Spiel auf hohem Niveau, in dem sich der CVV mit 25:20 durchsetzen konnte. Die Entscheidung musste im Tiebreak fallen. Auch dieser verlief lange ausgeglichen. In der entscheidenden Phase setzte sich Dresden jedoch ab und sicherte sich mit 15:9 den Einzug ins Finale. Für Chemnitz blieb damit das Spiel um Platz drei.
Dort wartete erneut der Post SV Dresden, der sein Halbfinale gegen Gastgeber Grimma verloren hatte. Trainer Hendrik Zywietz nutzte die Partie, um im Chemnitzer Kader kräftig zu rotieren. Der erste Satz verlief ausgeglichen, doch Dresden hatte in den entscheidenden Momenten die Nase vorn und gewann mit 25:21. In Satz zwei zeigte sich Chemnitz deutlich stabiler. Der Spielaufbau des Post SV konnte nun wesentlich besser gestört werden, zudem unterliefen den Dresdnerinnen zunehmend Eigenfehler. Der CVV agierte deutlich entschlossener und glich mit einem 25:19 zum 1:1 aus – erneut musste der Tiebreak entscheiden. Im Entscheidungssatz erwischte Chemnitz den besseren Start, setzte sich früh ab und zwang dem Gegner sein Spiel auf. Mit einem souveränen 15:8 sicherten sich die Chemnitzerinnen den Satzgewinn – und damit die Bronzemedaille bei der Sachsenmeisterschaft.
Im Finale setzte sich die Heimmannschaft aus Grimma, teilweise prominent mit Spielerinnen aus der 2. Bundesliga Pro, eindrucksvoll mit 2:0 gegen den Dresdner SSV durch.

Als der CVV bei der Siegerehrung seine Bronzemedaillen in Empfang nahm, blickte man in viele zufriedene Gesichter. Die Chemnitzer U20 wuchs an diesem Tag phasenweise über sich hinaus und zeigte ein bemerkenswert hohes Spielniveau. Der dritte Platz ist nicht nur ein schöner sportlicher Erfolg, sondern zugleich ein Beleg für die nachhaltige und erfolgreiche Jugendarbeit des Chemnitzer VV – nicht zuletzt sichtbar daran, dass ein großer Teil des aktuellen Drittligateams aus Spielerinnen der eigenen Jugend besteht.
