Zum Auftakt des neuen Jahres in der 3. Liga kehrte der Chemnitzer VV am vergangenen Samstag ins heimische Terra Nova zurück. Bei winterlichem Wetter waren die Nachwuchsspielerinnen der Rote Raben Vilsbiburg II zu Gast. Das bereits in der Hinrunde hart umkämpfte Aufeinandertreffen, das Chemnitz erst im Tiebreak für sich entscheiden konnte, versprach auch diesmal Spannung.
Personell war die Ausgangslage jedoch alles andere als ideal: Neben Sonja Witte fielen krankheitsbedingt auch beide etatmäßigen Liberas Yvonne Pretscheck und Svea Koch aus. Kurzerhand sprang Anna Zywietz aus Team #2 auf der Libera-Position ein, die zuvor viele Jahre selbst Teil von Team #1 gewesen war.
Der Start in die Partie verlief holprig. Nervosität und fehlende Spielpraxis nach der Weihnachtspause machten sich bemerkbar, sodass die Gäste früh in Führung gingen. Beim Stand von 3:7 sah sich Trainerin Josephine Brandt bereits zur ersten Auszeit gezwungen. Trotz einiger Annahmeprobleme kämpfte sich der CVV Punkt für Punkt heran. Beim 22:23 nahm Vilsbiburg erstmals eine Auszeit und erspielte sich anschließend zwei Satzbälle (22:24). Doch Chemnitz blieb ruhig, zeigte Geduld und drehte den Satz spektakulär: Mit einem Ass zum 27:25 sicherte sich der CVV in letzter Sekunde den ersten Durchgang.
Wie befreit starteten die Gastgeberinnen in Satz zwei. Schnell gingen sie mit 4:0 in Führung, auch beim 13:7 mussten die Roten Raben erneut zur Auszeit greifen. Immer wieder setzte Zuspielerin Cora Müller ihre Angreiferinnen mit schnellen und gut verteilten Pässen in Szene. Anna-Maria Nitsche und Katina Krell punkteten erfolgreich über Außen, während Ingrid Schröder auf Diagonal geschickt zwischen harten Angriffen und kurzen Legern variierte. Doch erneut schlichen sich Wackler in der Annahme ein, Vilsbiburg glich aus und zwang den CVV beim 22:22 zur Auszeit. Exakt wie im ersten Satz hatten die Gäste beim 24:22 zwei Satzbälle. Wieder schien der Satz verloren – doch erneut drehte Chemnitz den Durchgang dank guter Aufschläge und entschied auch Satz zwei mit 26:24 für sich.
Im dritten Satz zeigte sich der CVV schließlich noch dominanter. Vieles funktionierte nun wie aus einem Guss, sodass Vilsbiburg bereits beim 6:0 und 13:6 die Auszeiten nehmen musste. Beim Stand von 15:7 wechselte Trainerin Brandt auf der Zuspielposition und brachte Jugendspielerin Amelie Bonitz. Der Wechsel brachte jedoch zunächst Unruhe ins Spiel, die Gäste verkürzten auf 15:11, sodass der Rückwechsel folgte. Mit der Rückkehr von Cora Müller kehrte sofort Sicherheit ins Chemnitzer Spiel zurück. Unterstützt von mehreren Assen erspielte sich der CVV sieben Matchbälle und verwandelte gleich den ersten über Yasmin Talkenberger zum 25:17 – der 3:0-Heimsieg war perfekt.
Auf Chemnitzer Seite wurde Zuspielerin Cora Müller folgerichtig zur MVP gewählt, da sie über die gesamte Spielzeit entscheidenden Einfluss auf das Spielgeschehen nahm. Auch wenn das ein 3:0-Sieg auf dem Papier deutlich erscheint, bot sich den Zuschauern ein spannendes Spiel mit überraschenden Wendungen am Satzende. Trainerin Josephine Brandt zeigte sich zufrieden: Trotz Unterbesetzung und weniger Trainingseinheiten habe ihr Team Geduld und Abgeklärtheit bewiesen. Auch die jungen Roten Raben ließen trotz der Niederlage ihr großes Potenzial erkennen und bewegen sich verdient im Mittelfeld der Liga.
Für den CVV geht es bereits am kommenden Wochenende auswärts nach Erlangen – dann hoffentlich wieder in voller Besetzung.
Bis dahin. Maaaaarx…Städter!
